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Die Bestimmung der Vicat-Erweichungstemperatur und der HDT-Wärmeformbeständigkeitstemperatur sind grundsätzliche Charakterisierung-Methoden bei der Entwicklung von Kunststoffen. Bei der Konstruktion von Kunststoff-Bauteilen werden diese Daten benötigt, um z.B. Risiken der Verformung abzuschätzen und  Grenzen für die Nutzung festzuschreiben. Als Vicat-Erweichungstemperatur (VST = Vicat Softening Temperature) bezeichnet man die Temperatur, bei der ein definierter Stahlstift unter konstanter Belastung bei gleichmäßiger Steigerung der Temperatur 1 mm tief in einen Kunststoff-Probekörper eingedrungen ist.

Der Probekörper wird mit einer Temperatur von 50 k/h oder 120 k/h erwärmt, eine Nadel mit einer kreisrunden Fläche von 1 mm²  wird mit einem Gewicht von 10 N (Methode A) oder 50 N (Methode B) belastet Die Erwärmung des Probekörpers findet entweder in einem Bad mit einer Wärmeträgerflüssigkeit statt, oder aber mittels Kupferblock. Die Methode des Erwärmens mittels Kupferblock, ebenfalls in der DIN EN ISO 306 beschrieben, bietet dem Anwender viele Vorteile, es entstehen keinerlei Dämpfe, der Platz im Abzug bleibt frei, Neukauf und Entsorgung von Wärmeträgerflüssigkeit entfallen, automatische Gewichtsbelastung, daher kein Hantieren mit Gewichten sehr schnelle Rückkühlung nach Beendigung der Messung auf Starttemperatur, daher geringe Energiekosten, zudem benötigt dieses Gerät (mit 6 Messplätzen) einen Stellplatz von lediglich ca. 400 x 750 mm (B x T), die Höhe beträgt ca. 620 mm. Aus diesen Gründen hat Coesfeld dieses Gerät ÖKO-Vicat genannt. Nach Einlegen der Proben startet die Messung automatisch, die Gewichtsbelastung erfolgt automatisch, nach Beendigung der Messung muss der Anwender lediglich noch die Proben entnehmen. Weltweit nutzen etwa 80 Anwender die Vorteile dieses ölfreien Prüfverfahrens. HDT (Heat Distorsion Temperature). Ermittelt wird die Temperatur, bei der eine an beiden Enden gelagerte Probe unter einer definierten, mittig aufgebrachten Kraft (3-Punkt-Biegung) und gleichmäßiger Temperatur- steigerung eine festgelegte Durchbiegung von 0,2% erreicht wird (Randfaserdehnung).Nach der Norm wird zwischen drei Verfahren unterschieden:

Verfahren HDT A: Biegespannung s = 1,8 N/mm² = Konst.,

Verfahren HDT B: Biegespannung s = 0,45 N/mm² = Konst.,

Verfahren HDT C: Biegespannung s = 8,0 N/mm² = Konst.

Für Anwender mit hohem Probeaufkommen hat Coesfeld einen HDT-Vollautomaten mit 6 Messstellen gebaut, der Anwender muss lediglich noch das Probenmagazin mit bis zu 90 Proben bestücken und die Messung starten. Die Proben werden automatisch dem Magazin entnommen, es folgt eine Messung der Probendimension zur Festlegung der Gewichtsbelastung, diese wird grammgenau aufgebracht. Nach Messende werden die Proben automatisch entnommen und abgelegt, der Anwender kommt mit den ölbenetzten Proben nicht mehr in Berührung. Diese Vollautomaten werden weltweit 1 x jährlich von unseren Technikern gewartet und ermöglichen so den Anwendern einen störungsfreien Prüfablauf 24 Stunden am Tag - an jedem Tag des Jahres.

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